Eskalation im Saal: Marius bricht vor Gericht zusammen

Staatsanwalt Sturla Henriksbø bringt Marius in Bedrängnis.

Marius Borg Høiby sorgte bei seiner Aussage vor Gericht erneut für Irritationen. Gegen Ende seiner Befragung kippte die Stimmung völlig.

Marius Borg Høiby wirkte während seiner Aussage im Gerichtssaal auffallend unruhig. Immer wieder kritzelte er an einem Blatt Papier und einem blauen Stift, hob das Papier kurz an, betrachtete es, legte es wieder ab. Ob er schrieb oder zeichnete, blieb unklar.

Sein Blick wanderte zwischen dem Blatt und dem Bildschirm vor ihm hin und her, auf dem die relevanten Dokumente angezeigt wurden. Zwischendurch stützte er sein Kinn in die Hand, die Ärmel seines Pullovers hochgekrempelt, Uhr und Tätowierungen gut sichtbar.

Wie seine Anwälte Ellen Holager Andenæs (78) und Petar Sekulic (54) bestätigten, stand Høiby während seiner Aussage unter “starken Medikamenten”. Um welche Präparate es sich handelte, wurde nicht bekannt gegeben. Bereits in einem Statement aus dem August 2024 hatte Høiby erklärt, unter mehreren psychischen Erkrankungen zu leiden und seit längerer Zeit mit Drogenmissbrauch zu kämpfen.

Am dritten Prozesstag ging es unter anderem um die Auswertung von Metadaten zu Fotos und Videos, die laut Polizei einen schweren sexuellen Übergriff zeigen sollen. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Material den Missbrauch einer Frau dokumentiert, die sich nicht wehren konnte. Høiby hingegen beharrt darauf, dass die Aufnahmen einvernehmlichen Sex zeigen.

Marius verliert die Fassung und weint

Die Metadaten belegen laut Polizei, dass die Videos am 20. Dezember 2018 zwischen 7.12 und 7.17 Uhr in Skaugum, der Residenz des Kronprinzenpaares, aufgenommen wurden. Später am selben Tag, um 14.22 Uhr, sei ein Ordner mit dem Namen “porrrr” in der App iSafe erstellt worden. Vier Videos seien kurz darauf aus der Kamerarolle in diesen versteckten Ordner verschoben worden, erklärte Polizeibeamter Berg Larsen vor Gericht.

Høiby sagte dazu, er habe die Dateien lediglich versteckt, damit sie nicht sichtbar seien, wenn er jemandem seine Fotos zeige. Aber: “iSafe” ist keine vorinstallierte App, sondern muss aktiv heruntergeladen werden. Sie ermöglicht es, Fotos, Videos und Dokumente in geschützten Ordnern zu verbergen.

Als die Polizei zudem eine seiner früheren Websuchen erwähnte, reagierte Høiby zunehmend gereizt. Mehr noch: Er verliert völlig die Fassung und wird laut. Diese stehe in keinem direkten Zusammenhang mit dem Fall, argumentierte er. “Ich finde es lächerlich, das einzubeziehen. Was zum Teufel hat das mit dem Fall zu tun?”, sagte er lautstark.

Kurz darauf brach er emotional zusammen, begann zu weinen und wirkte kaum noch ansprechbar. Schwer atmend und schniefend beendete er seine Aussage abrupt mit den Worten: “So, jetzt bin ich fertig.” Während Richter und Staatsanwalt bereits über den Zeitpunkt der Mittagspause berieten, blieb Høiby sichtlich aufgelöst im Saal zurück.

Der Prozess läuft noch bis Mitte März.

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