
Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl sieht massive Probleme bei einem Ausbau von Volksschulen – es fehle an Platz und Geld, so seine Begründung.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) stößt mit seinem Plan zur Verlängerung der Volksschule von vier auf sechs Jahre auf Widerstand. Zahlreiche Gemeinden warnen vor Platzmangel und fehlendem Geld für den Ausbau der Schulgebäude.
Auch Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP), aktuell auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz äußerte sich zuletzt skeptisch. Die Umsetzung sei schlicht “nicht stemmbar”, erklärte der Politiker im Gespräch mit einer Tageszeitung.
“Praktisches Problem”
Zu diesem Thema war Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl (ÖVP) am Mittwoch Studiogast von Martin Thür in der ORF-“ZIB2”. Im Gespräch mit dem ORF-Anchor hat der Politiker vor den Folgen geplanter Änderungen bei den Volksschulen gewarnt. Derzeit würden rund 1.300 Volksschulen in Österreich nur vierklassig geführt. Für einen weiteren Ausbau fehle vielerorts schlicht der Platz.
“Das ist ein praktisches Problem und ein Investitionsproblem”, sagte Pressl. Vor allem in kleineren Gemeinden gebe es keine geeigneten Immobilien, um zusätzliche Klassen oder Standorte rasch umzusetzen. “Die Volksschule gehört in den Ort”, betonte er.
Pressl will Verantwortung wahrnehmen
Der Gemeindebund-Chef forderte deshalb frühzeitige Hinweise der Politik. “Diesen Hinweis muss man rechtzeitig machen, wenn man Verantwortung für das Land und die Finanzen übernimmt”, so Pressl in der ORF-Sendung.
In pädagogische Fragen wolle sich der Gemeindebund hingegen nicht einmischen. Ob künftig eher der Bund oder die Länder zuständig seien, spiele für ihn eine untergeordnete Rolle – auch wenn ein stärkerer Bezug zu den Ländern aus seiner Sicht Vorteile hätte. Zugleich sprach sich Pressl gegen pauschale Kritik an kleinen Schulstandorten aus. “Kleinteilige Strukturen funktionieren”, sagte er. Gegen Strukturreformen wehre man sich aber nicht grundsätzlich.