“Stand nackt vor allen”! Schaffner stellt Fahrgast bloß

Ein 29-Jähriger wurde im Cityjet nach Wien plötzlich nackt vor Fahrgästen bloßgestellt, nachdem ein Schaffner die WC-Tür öffnete.

Diese Zugfahrt wird Peter C.* wohl nie vergessen. Am 27. Jänner war der 29-Jährige mit dem Cityjet von Baden nach Wien unterwegs, als ihn plötzlich starker Durchfall plagte. “Ich musste dringend auf die Toilette”, erzählt der Unternehmer der “Kronen Zeitung“. Weil das reguläre WC besetzt war, wich er auf die Behindertentoilette aus.

Dort kam es dann zum Eklat: Während C. auf dem Topf saß, klopfte ein Zugbegleiter und verlangte eine Fahrscheinkontrolle. “Obwohl ich meine Situation ausdrücklich erklärte, öffnete der ÖBB-Bedienstete von außen die Toilettentür”, so der 29-Jährige.

Die Folge: C. stand mit heruntergelassener Hose nackt vor allen Fahrgästen. “Dieser Moment der Bloßstellung war für mich besonders belastend.” Besonders unangenehm: Weil die Behindertentoilette größer ist, musste er sogar aufstehen, um die Tür wieder zu schließen. Laut seinen Angaben soll es zusätzlich zu Beschimpfungen durch das Zugpersonal gekommen sein.

„Das Öffnen einer versperrten WC-Tür stellt eine Ausnahme dar. Eine solche Maßnahme wird nur dann gesetzt, wenn konkrete Auffälligkeiten vorliegen.“

ÖBB

Der Vorfall landete schließlich als Beschwerde bei den ÖBB. Dort spricht man von unterschiedlichen Wahrnehmungen. Die Zugbegleiter hätten nach dem Hinweis auf “gesundheitliche Probleme” mehrere Minuten gewartet. Weil sich der Zug aber bereits Wien näherte, sei nach Ankündigung, die Tür für eine Fahrscheinkontrolle geöffnet worden. “Zudem hat sich ein Mitarbeiter so positioniert, dass den anderen Fahrgästen die Sicht versperrt war.” C. widerspricht dieser Version deutlich.

Immerhin räumen die Bundesbahnen ein, dass die Situation “sehr unangenehm” gewesen sei. Als Entschädigung wurden 300 Euro und ein kleines “Goody-Paket” von Sonnentor angeboten – jedoch ausdrücklich als “Zeichen des Bedauerns, nicht als Eingeständnis eines Fehlverhaltens”.

Für den Betroffenen ist das zu wenig: Er fordert eine “angemessene Entschädigung” in Höhe von 2.500 Euro sowie ein Jahresticket und hat mittlerweile Anzeige erstattet.

*Name wurde redaktionell geändert.

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