Weiter Kritik nach Österreich-Gold: “Eine Farce”

Jan Hörl und Stephan Embacher holten Gold im Super-Teambewerb, Jens Weißflog kritisierte es.

Jan Hörl und Stephan Embacher retteten im Super-Teambewerb bei Olympia mit Gold die Ehre der ÖSV-Springer. Nun meldete sich eine Ikone zu Wort.

Bis zum allerletzten Sprungbewerb mussten Österreichs Adler auf den Schanzen von Predazzo auf die heiß ersehnte Olympia-Medaille warten. Ehe Hörl und Embacher im Super-Teambewerb zuschlugen – ein Bewerb, in dem jedes Land nur zwei Springer stellt. Diese müssen aber drei Durchgänge absolvieren.

Der Olympia-Bewerb endete aber mit einem Abbruch. Die letzte Gruppe konnte nicht beendet werden, weil plötzlich starker Schneefall und böiger Wind einsetzte. Nach verhältnismäßig kurzen Sprüngen des slowenischen Überfliegers Domen Prevc und des polnischen Shootingstars Kacper Tomasiak folgten erst einige Minuten des Abwartens, ehe der Abbruch erfolgte – drei Springer vor dem Ende des Bewerbs.

“Eine Farce”

Österreich, das überlegen führte, hatte somit die Goldmedaille sicher, Polen holte Silber, Norwegen Bronze. Und Deutschland ging mit Andreas Wellinger und Philipp Raimund hauchdünn leer aus, 0,3 Punkte fehlten zum Edelmetall. Denn da der dritte Durchgang nicht abgeschlossen werden konnte, zählte der Zwischenstand nach zwei Durchgängen. Und so kam Raimunds starker Satz auf 136,0 Meter aus der Entscheidung nicht mehr in die Wertung.

Auch zum Ärger der deutschen Skisprung-Ikone Jens Weißflog, der eine Woche nach dem Olympia-Bewerb erneut heftige Kritik übte. “Dass man den Wettbewerb abgebrochen hat, war eigentlich eine Farce”, meinte der 61-Jährige gegenüber ‘”ran.de”, hatte für die Entscheidung der Jury keinerlei Verständnis. Stattdessen, so ist Weißflog überzeugt, hätte man zuwarten sollen. “Jeder Weltcup wird bei solchen Bedingungen eine halbe Stunde lang unterbrochen”, so der Deutsche.

Das wichtigste Argument der Jury war allerdings, dass der dichte Schneefall auch in die Anlaufspur fiel, die Geschwindigkeit der noch über die Schanze gegangenen Springer deutlich nachließ. So sei kein fairer Wettkampf mehr gewährleistet gewesen. Die dann fairste Entscheidung sei es gewesen, das Klassement nach dem zweiten Durchgang zu werten. Embacher, der schon auf dem Anlaufturm wartete, hatte sich in den Minuten des bangen Wartens mit einer Decke vor dem Schnee und der Kälte geschützt, der Schnee selbst hatte sich schon auf den Helmen der Springer angesammelt.

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