Opfer von Brandkatastrophe sollen Gedenkort erhalten

40 Menschen kamen beim Brand in der Walliser Bar in Crans-Montana ums Leben. Die Gemeinde wünscht sich eine offizielle Gedenkstätte für die Opfer.

Angehörige der Todesopfer von Crans-Montana trauern am nationalen Trauertag am 9. Januar in Martigny VS. – keystone

Innert Kürze ist aus einem Treffpunkt der Heiterkeit eine Katastrophe geworden. In der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS feiern viele junge Gäste ausgelassen den Jahreswechsel.

Gegen 1.30 Uhr fängt die Decke Feuer – und es kommt zu einem verheerenden Brand. 40 Menschen sterben in der Neujahrsnacht, über 100 werden schwer verletzt.

Joël Rey, Gemeinderat von Siders VS, hat beim Brand in der Silvesternacht seine 24-jährige Tochter Caroline verloren. – RTS

Der Flashover setzt die Bar innert Sekunden zwar in Vollbrand. Das Gebäude selbst steht aber noch. Zurzeit laufen dort die Ermittlungen für die Ursache der Brandkatastrophe.

Denkmal erinnert an Opfer von Club-Katastrophe in Rumänien

Doch was passiert künftig mit dem Ort, an dem sich eine der grössten Tragödien der Schweizer Geschichte ereignet hat?

In der rumänischen Hauptstadt Bukarest kam es 2015 zu einer ähnlichen Tragödie. Dort forderte eine Pyrotechnikshow im Club «Colectiv» über 60 Tote und 190 Verletzte.

Seither erinnert ein Denkmal vor dem ehemaligen Club an die Opfer. In das Denkmal sind deren Namen eingraviert. Ein neuer Club ist seither nicht in das Gebäude eingezogen.

«Wir wollen nicht, dass die Menschen vergessen, was am 30. Oktober 2015 passiert ist», sagte der Gründer eines Opfervereins laut rumänischen Medien. «Die 64 jungen Menschen, die uns verliessen, sollten nicht vergessen werden.»

Dieses Denkmal sei nötig. «Solange sich die Leute daran erinnern, was damals passierte, werden sie alle Aktionen verhindern, die zu solchen Tragödien führen könnten.»

Auch nach Busunglück wurde Gedenkstätte errichtet

Auch im Fall Crans-Montana steht eine Gedenkstätte zur Diskussion.

Philipp Matthias Bregy ist als Walliser Mitte-Nationalrat mit dem Ort besonders stark verbunden.

«Ich persönlich würde es begrüssen, wenn man der vielen Opfer mit einer Erinnerungsstätte gedenken würde», sagt er zu Nau.ch. «Wie man dies auch nach dem Busunglück in Siders gemacht hat.»

2012 starben bei einem Unglück mit einem Reisecar in Siders 28 Personen, 22 davon waren Kinder. Im Bus befanden sich mehrere Schulklassen auf dem Heimweg nach Belgien.

«Das ist viel wichtiger»

2015 weihte die damalige Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga mit den Angehörigen ein Denkmal für die Opfer ein. Dieses befindet sich beim Gerundensee in Siders oberhalb des Tunnels, in dem der Unfall passierte.

Mitte-Nationalrat Philipp Matthias Bregy (rechts im Bild) würde eine Gedenkstätte in Crans-Montana begrüssen. – keystone

Philipp Matthias Bregy sieht es im Fall von Crans-Montana etwas anders. «Die Erinnerungsstätte muss nicht unmittelbar am Ort der Tragödie zu stehen kommen», sagt er.

Die Frage nach einer Gedenkstätte hält der Walliser Mitte-Nationalrat aktuell aber nicht für prioritär. «Jetzt geht es erst einmal darum, den Opfern und ihren Familien rasch und unbürokratisch Hilfe zu leisten. Das ist viel wichtiger.»

Aktuelle Gedenkstätte verschoben

Zum Ausmass des Schadens am Gebäude der Bar und zu dessen Zukunft kann die Gemeinde Crans-Montana noch keine Angaben machen.

Sie teilt mit: «Wir können jedoch bestätigen, dass sich der Gemeinderat einen Gedenkort für die Opfer der Tragödie des ersten Januars 2026 wünscht.» Trotzdem sei es noch zu früh, einen definitiven Standort des Gedenkorts festzulegen.

Am nationalen Trauertag legten zahlreiche Menschen vor der Kapelle St. Christoph eine Gedenkminute ein. – keystone

Bis vor Kurzem befand sich eine provisorische Gedenkstätte gegenüber der Bar. Neu liegt diese wenige Meter davon entfernt neben der Kapelle St. Christoph.

Die Gemeinde begründet den neuen Standort mit Sicherheitsgründen. «Dieser Ort bietet mehr Ruhe und eignet sich daher besser, um innezuhalten.»

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