Mega-Betrug mit Austro-Promis! Jetzt kommt alles raus

Mit Promi-Fake-News sollen Betrüger 50 Mio. Euro erbeutet haben. Auch in Österreich gab es Opfer. Nun kamen neue Details ans Licht.

Bereits seit Juni 2023 ermittelten die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) und das Bundeskriminalamt gegen eine europaweite Betrügerbande. Grund für die Ermittlungen sei eine Häufung der Taten in Wien gewesen.

Die Spur führte schlussendlich nach Albanien. Von dort aus sollen die Betrüger mehrere Opfer aus unter anderem Österreich, Deutschland, Italien, Griechenland, Spanien, Großbritannien und Kanada abgezockt haben. Die Schadenssumme beträgt mindestens 50 Millionen Euro.

Zugriff nach langer Ermittlung

Gemeinsam mit Eurojust, Europol und den albanischen Behörden starteten die heimischen Ermittler am 17. April schließlich einen gezielten Schlag gegen das Betrüger-Netzwerk. So konnten drei Callcenter in der albanischen Hauptstadt Tirana ausgehoben und neun Privatwohnungen durchsucht werden. Dabei wurden 443 Standcomputer, sechs Laptops, 238 Mobiltelefone sowie rund 900.000 Euro in bar sichergestellt, hieß es seitens der WKStA.

Des Weiteren habe man auch Datenträger und Speichermedien beschlagnahmt. Insgesamt zehn Verdächtige seien festgenommen worden. Bei ihrer Betrugsmasche sollen die Täter sehr strukturiert vorgegangen sein.

Betrüger-Netzwerk hatte Firmencharakter

“Die vorgefundenen Callcenter waren professionell eingerichtet und organisiert und ähnelten legitimen Geschäftsstrukturen mit klarer Aufgabenteilung und hierarchischer Führung”, so die WKStA. Die “Mitarbeiter” sollen in Teams von sechs bis acht Personen aufgeteilt gewesen sein. Diese waren gezielt auf die Sprachen der jeweiligen Opfer (Deutsch, Englisch, Italienisch, Griechisch und Spanisch) geschult. Es wird derzeit von bis zu 450 Tätern ausgegangen.

Darüber hinaus verfügte das Netzwerk über eigene Teams für Management, Finanzen, IT, Personalwesen und diverse Backoffice-Tätigkeiten. Die “Mitarbeiter” seien von Teamleitern überwacht worden, während Manager die jeweiligen Callcenter geleitet und koordiniert hätten. Die Mitarbeiter hätten ein monatliches Gehalt von 800 Euro sowie eine progressive Provision pro erfolgreich abgeschlossenen Vertrag erhalten.

Mit diesen Promis wurden Opfer angelockt

Die Masche der Betrüger war dabei besonders dreist: Man habe versucht, potenzielle Anleger gezielt mit Fake-News hinters Licht zu führen. In Österreich fand dies mittels Online-Werbung für angeblich gewinnbringende Investitionen auf vermeintlich seriösen Anlageplattformen statt. So wurden via Social Media gefälschte Videos von heimischen Prominenten verbreitet, die als vermeintliche Unterstützer in Erscheinung traten.

Zu diesen Personen gehörten unter anderem Bundespräsident Alexander Van der Bellen, die ZiB-Moderatoren Armin Wolf und Nadja Bernhard, Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer, Fußballprofi David Alaba sowie Ex-Skistar Hermann Maier. Aber auch TV-Moderatoren wie Armin Assinger und Mirjam Weichselbraun sowie der Satiriker Christoph Grissemann wurden missbräuchlich für die Betrugsmasche ausgenutzt.

Nachdem sich die Opfer dann auf den Anlageplattformen registriert hatten, nahm ein “Kundenbetreuer” Kontakt mit ihnen auf. Dieser gab sich in weiterer Folge als Anlageberater oder Broker aus. Über längere Zeiträume wurden dann die Konten der Opfer mittels Fernzugriffssoftware angezapft. So konnte man auf elektronische Geräte der “Kunden” zugreifen. Unter dem Vorwand von vermeintlichen Gewinnen oder mittels psychologischem Druck wurden die Opfer zu weiteren Investitionen genötigt. Die Gelder seien jedoch in einem internationalen Geldwäschenetzwerk verschwunden.

Dreister Folgebetrug

Besonders brisant: Hatten die Betrüger die Opfer bereits abgezockt, meldeten sie sich in manchen Fällen erneut bei ihnen. Dabei gaben sie sich als vermeintliche Behörden, Rechtsanwälte oder andere vertrauenswürdige Dienstleister aus, die gerade jenen Betrugsfall bearbeiten würden.

Das Angebot der Betrüger: Die Opfer könnten ihr verlorenes Geld zurückbekommen. Dafür müssten sie nur eine Gebühr von 500 Euro auf einer Kryptowährungsplattform entrichten. Personen, die darauf hereinfielen, wurden noch einmal um ihr Geld gebracht. Seitens der WKStA wird nun aufgerufen, solche Betrugsfälle umgehend zur Anzeige zu bringen. Dies würde den Behörden bei den Ermittlungen helfen.

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