
Im Vorjahr starben 69 Menschen auf Freilandstraßen in NÖ. Verkehrsexperten fordern Tempo 80, mehr Kontrollen und sicherere Radwege.
Freilandstraßen bleiben in Niederösterreich eine große Todesfalle im Verkehr. 69 Menschen kamen im Vorjahr bei Unfällen außerhalb des Ortsgebiets ums Leben. Das sind fast zwei Drittel aller Verkehrstoten im Bundesland.
Hälfte der Todesopfer waren Pkw-Lenker
“Freilandstraßen sind die gefährlichsten Straßen. Das zeigt sich auch in der Unfallstatistik sehr deutlich”, sagt Expertin Klara Maria Schenk vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ).
Auf Freilandstraßen verunglückten zudem fast siebenmal so viele Männer tödlich wie Frauen. Besonders dramatisch: Fast jeder zweite Tote war in einem Pkw unterwegs. 33 Pkw-Insassen starben 2025 auf Niederösterreichs Landstraßen. Dazu kamen 21 Motorradfahrer. Damit machten Autofahrer und Biker rund drei Viertel aller Todesopfer aus.
Heuer 36 Verkehrstote vor Motorradsaison
Auch heuer ist die Lage bereits alarmierend. In Niederösterreich sind seit Jänner schon 24 Menschen auf Freilandstraßen tödlich verunglückt – bei insgesamt 36 Verkehrstoten. Und das noch vor dem Start der vollen Motorradsaison.
Der VCÖ sieht vor allem die Kombination aus hohem Tempo und Gegenverkehr als massives Unfallrisiko.
Erzähle uns deine Story!
Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!
Kontrollen sollen Sicherheit erhöhen
Die Mobilitätsorganisation fordert deshalb ein rasches Maßnahmenpaket: Tempo 80 statt 100, mehr Tempokontrollen, Section Control an gefährlichen Stellen und den Rückbau von bekannten Raserstrecken. Auch baulich getrennte Geh- und Radwege entlang von Freilandstraßen sollen Unfälle verhindern.
Dass Kontrollen wirken können, zeige die Section Control am Gföhler Berg auf der B37. Nach ihrer Einführung ging die Zahl der Unfälle dort um 75 Prozent zurück.
Fußgänger und Biker in Gefahr
Besonders gefährdet sind auch Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. In den vergangenen drei Jahren starben in Niederösterreich 22 Fußgänger, Radfahrer oder E-Biker bei Unfällen auf Freilandstraßen.
Spannend: In der Schweiz und in Schweden gilt auf Freilandstraßen bereits Tempo 80. Dort sterben deutlich weniger Menschen auf diesen Straßen.