Fast jeder zweite Tatverdächtige kommt aus dem Ausland

Die neue Kriminalstatistik lässt tief blicken. Der Anteil ausländischer Verdächtiger liegt bei knapp 50 Prozent, die Jugendkriminalität steigt an.

Die neue Kriminalstatistik sorgt für Diskussionen: Fast jeder zweite Tatverdächtige in Österreich hat keinen österreichischen Pass. Gleichzeitig registriert die Polizei einen deutlichen Anstieg bei jungen Tätern – besonders bei 10- bis 14-Jährigen.

Leichter Anstieg bei Anzeigen

Innenminister Gerhard Karner, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Franz Ruf und der Direktor des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, präsentierten am 31. März 2026 im Innenministerium die kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik für das Jahr 2025.

Der Innenminister sagte: “Die polizeiliche Anzeigenstatistik gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen, Trends sowie besondere Auffälligkeiten und dient als Handlauf für strategische und operative Maßnahmen der Polizei.” Neben einem Überblick sowie Rückgängen und Auffälligkeiten würden insbesondere die Schwerpunkte der Anzeigenstatistik näher erläutert werden, ergänzte Karner.

So wurden im Jahr 2025 538.656 Anzeigen erstattet – ein Anstieg um 4.463 Anzeigen bzw. 0,8 Prozent gegenüber 2024. Die Aufklärungsquote konnte auf 53,6 Prozent weiter gesteigert werden.

47,7 % ohne österreichischen Pass

Es wurden 345.095 Tatverdächtige ausgeforscht, davon 180.493 österreichische Staatsbürgerinnen und -bürger sowie 164.573 ausländische Tatverdächtige – ein Anteil von 47,7 Prozent. Bei Tatverdächtigen ohne österreichische Staatsbürgerschaft stehen Personen aus Rumänien, Syrien und Deutschland an der Spitze.

Mit 163.685 Anzeigen hat sich die Eigentumskriminalität in den letzten beiden Jahrzehnten halbiert. Besonders stark ist der Rückgang bei Wohnraumeinbrüchen (Wohnung und Wohnhaus), aber auch beim Kraftfahrzeugdiebstahl – die in früheren Jahren Problemfelder darstellten.

2025 wurden 63.459 Internetdelikte angezeigt – eine Steigerung um 1,8 Prozent. Ein Hauptproblem bleibt dabei nach wie vor der Online-Betrug. Allerdings wird das Internet auch häufiger als Tatmittel verwendet, wie zum Beispiel für den betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch.

Tatverdächtige werden immer jünger

Bei der Jugendkriminalität ist ein neuerlicher deutlicher Anstieg bei zehn- bis 14-jährigen Tatverdächtigen zu erkennen – fast eine Verdopplung der Anzeigen seit 2021. 51,3 Prozent davon sind ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, auffällig viele syrische Jugendliche.

Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Bekämpfung der Internetkriminalität, insbesondere durch verstärkte Spezialisierung, den Ausbau internationaler Zusammenarbeit sowie eine enge Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Telekommunikation.

Gleichzeitig wird die erfolgreiche Strategie zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität konsequent fortgeführt – insbesondere durch gezielte Schwerpunktaktionen, internationale Vernetzung und verstärkte Präventionsarbeit.

Ein weiterer Fokus liegt auf der frühzeitigen Erkennung und Aufdeckung von Kontrolldelikten, wie etwa dem Sozialleistungsbetrug, durch verbesserte Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen.

Ziel bleibt es, Kriminalität wirksam zu bekämpfen, präventiv zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig zu stärken.

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