Am 27. Februar sind in Mailand zwei Männer bei einem Straßenbahn-Unglück ums Leben gekommen.© AP/Stefano Porta
Nach dem Straßenbahn-Unglück in Mailand mit zwei Toten richtet sich der Verdacht zunehmend gegen den Fahrer. Der 61-Jährige soll laut den Ermittlungen telefoniert haben und zwölf Sekunden vor dem Unfall noch am Handy gewesen sein. Zuvor hatte er bereits eine Haltestelle missachtet.
Wie berichtet, war die Straßenbahn am 27. Februar im Zentrum der italienischen Metropole gegen ein Gebäude geprallt. Eigentlich hätte sie an einer Kreuzung geradeaus fahren sollen, sie bog jedoch mit hoher Geschwindigkeit nach links ab und entgleiste. Zwei Männer im Alter von 49 und 59 Jahren kamen ums Leben. Mehr als 50 weitere Menschen wurden verletzt, darunter auch der Fahrer, der in ein Krankenhaus gebracht wurde.
Nach dem schweren Unfall wurde spekuliert, dass er einen Schwächeanfall erlitten haben könnte, da er zuvor zum Beispiel eien Haltestelle missachtet hatte. Nun berichteten italienische Medien aber, dass der Straßenbahnfahrer telefoniert habe. Er sei zumindest zwölf Sekunden vor dem Unglück noch am Handy gewesen, möglicherweise auch länger. Auch die Anwältinnen und Anwälte des Mannes bestätigten ein Telefonat während er Fahrt. Ihnen nach hat er das letzte Gespräch aber eineinhalb Minuten vor dem Unglück beendet. Die Ermittlerinnen und Ermittler erhoffen sich nun genauen Aufschluss von einem Abgleich der Verbindungsdaten mit den Aufzeichnungen der Verkehrsbetriebe.
Zunächst hatte der Straßenbahnfahrer selbst angegeben, sich unwohl gefühlt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung.