Crans-Montana: Clubbesitzer wieder frei – Meloni spricht von „Schande“

Kerzen für die Opfer des Brandes in Crans-Montana

Kerzen für die Opfer des Brandes in Crans-Montana© Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Das Zwangsmassnahmengericht in Sitten hat die Freilassung von Jacques Moretti, dem Besitzer des Clubs Constellation in Crans-Montana, angeordnet. In der Silvesternacht kamen dort 40 Menschen ums Leben, 116 weitere wurden verletzt.

Der Mann, gegen den gemeinsam mit seiner Frau Jessica Maric wegen Totschlags, Körperverletzung und Brandstiftung ermittelt wird, kam nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 200.000 Franken frei. Die Summe wurde von einem engen Freund hinterlegt, der anonym bleiben wollte.

Zur Begründung erklärte das Gericht, die Entscheidung sei nach einer erneuten Bewertung der Fluchtgefahr sowie nach Prüfung der Herkunft der Kautionsmittel und der Art der Beziehung zwischen dem Angeklagten und dem Kautionsgeber getroffen worden. Obwohl die Walliser Staatsanwaltschaft die Anordnung einer elektronischen Fußfessel beantragt hatte, hielten die Richter diese Maßnahme nicht für erforderlich und ordneten stattdessen sogenannte klassische Auflagen an.

Moretti muss sich täglich bei einer Polizeiwache melden, darf das Schweizer Staatsgebiet nicht verlassen und hat sämtliche Identitäts- und Aufenthaltsdokumente bei den zuständigen Behörden hinterlegt.

Scharfe Reaktion der Regierung in Rom

Die Nachricht löste eine deutliche Reaktion in Rom aus. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zeigte sich empört und bezeichnete die Entscheidung als Schande für das Andenken der Opfer sowie als Beleidigung für deren Familien. Zugleich kündigte sie an, die italienische Regierung werde die Schweizer Behörden offiziell um eine Erklärung für diesen Schritt bitten.

In dieselbe Richtung äußerte sich auch der stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Antonio Tajani. Er brachte seine Empörung sowohl über soziale Medien als auch in einer anschließenden Erklärung in Neapel zum Ausdruck. Die Freilassung bezeichnete er als einen Akt, der die Trauer und den tiefen Schmerz des italienischen Volkes nicht berücksichtige, und fügte hinzu, er hätte eine Kaution niemals bewilligt, da diese seiner Ansicht nach unzureichend sei.

Auch die Familien der italienischen Opfer und Verletzten meldeten sich mit scharfer Kritik zu Wort. Die Eltern von Riccardo Minghetti, einem der jungen Männer, die in dem Club ums Leben kamen, bezeichneten die Entscheidung als Schande für ihre Kinder und erklärten, sie seien fassungslos. Der Anwalt Alessandro Vaccato, der die Familie eines weiteren Opfers, Emanuele Galeppini, vertritt, äußerte ebenfalls große Bestürzung. Er betonte, die Freilassung disqualifiziere die Verteidigung, und forderte umgehend Maßnahmen, damit sich der Fall nicht in diese Richtung weiterentwickle.

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