
Weil seine Tochter (15) einen Freund hatte, dürfte ein 51-jähriger Afghane versucht haben, die Jugendliche zu ermorden. Nun steht er vor Gericht.
Es waren blutige Szenen, die sich am 24. November 2025 in Wien-Donaustadt abspielten. Gegen 18.30 Uhr attackierte ein Afghane (51), der sich bereits seit 2004 in Österreich befindet, seine 15-jährige Tochter auf einer Freifläche zwischen zwei Wohnbauten mit einem Messer.
Der banale Grund für den grausamen Angriff: Das Mädchen hatte ihre erste Liebe gefunden. Die Beziehung zu dem gleichaltrigen Rumänen dürfte der Familie der 15-Jährigen jedoch missfallen sein.
Tochter wollte Polizei aufsuchen
Wie die “Krone” unter Berufung auf die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft berichtet, hätten zunächst die Großeltern von der Romanze erfahren. Diese waren der Ansicht, dass die Jugendliche nicht selbst über ihre Gefühle entscheiden dürfe. Demnach sei sie bereits einem 22-Jährigen in Afghanistan versprochen gewesen.
Die Teenagerin lehnte diese arrangierte Ehe allerdings entschieden ab, wodurch der Vater drohte, den Freund der 15-Jährigen umbringen zu wollen. Nachdem der Afghane an besagtem Tag bereits die Wohnung verlassen hatte, setzte er sein Vorhaben jedoch nicht um und kehrte wieder zurück.
Zu diesem Zeitpunkt dürfte es der 15-Jährigen dann endgültig gereicht haben. Sie beschloss, zur Polizei zu gehen – ein Vorhaben, das sie beinahe mit ihrem Leben bezahlte. Der Vater schnappte sich ein Küchenmesser, verfolgte seine Tochter und stach sie auf offener Straße nieder.
Arzt als Lebensretter
Mehrmals habe der Pizzabäcker versucht, seine Tochter in den Hals, den Kopf und auch in den Rücken zu stechen. Dabei soll auch die Klinge des Messers abgebrochen sein. Dabei habe der Afghane geschrien, dass die Jugendliche die Ehre der Familie “beschmutzt” hätte und er sie damit nicht davonkommen lasse.
Doch das Mädchen hatte wohl Glück im Unglück. Zeugen konnten einen Arzt aus einer nahegelegenen Ordination zur Hilfe holen. So konnte sie trotz schwerer Verletzungen überleben. Gegenüber der Polizei habe sich der Vater damals geständig gezeigt und betont, dass er im Recht sei.
Lebenslange Haft droht
Seitdem sitzt der 51-Jährige, der sich nun am 19. Mai vor dem Wiener Landesgericht wegen versuchten Mordes verantworten muss, in Untersuchungshaft. Laut Gerichtspsychiater Peter Hofmann habe sich der Mann, mit “konservativem afghanischem Hintergrund”, in seiner “patriarchalen Führungsposition infrage gestellt” gefühlt.
Gegenüber der “Krone” sagte der Anwalt des 51-Jährigen, dass dieser sich in der Verhandlung “umfassend geständig verantworten” werde. Im Falle einer Verurteilung könne der Afghane auch eine lebenslange Haftstrafe erhalten.