Kickl-Ansage: “Babler-Film gehört in die Geisterbahn”

FPÖ-Chef Herbert Kickl teilte bei seiner Rede am 1. Mai traditionell gegen die Bundesregierung aus. Vor allem SP-Chef Babler bekam sein Fett ab.

Am Tag der Arbeit fand in Linz die alljährliche 1. Mai-Kundgebung der FPÖ statt. Herbert Kickl bezeichnet seine Veranstaltung stets als “die einzig echte 1. Mai-Kundgebung”, da sich seine Partei auch wirklich für die Menschen interessieren würde. In Wien fand indes der traditionelle Maiaufmarsch der SPÖ statt – “Heute” berichtete.

“Nächstes Sparpaket wartet schon”

Den Auftakt der Kundgebung machte Linz-Stadtrat Michael Raml. Die FPÖ-Veranstaltung sei die einzige, bei der der Arbeiter im Mittelpunkt stehe. Bei SPÖ-Kundgebungen würden zwar zahlreiche Fahnen geschwenkt, die rot-weiß-rote fehle jedoch: “Das ist eine Sauerei.” Inhaltlich sprach Raml über Themen wie Sicherheit, Gesundheit und Migration – “nichts ist mehr sicher”, so sein Fazit.

Anschließend betraten Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner und Herbert Kickl unter Applaus und begleitet von der John Otti Band die Bühne. Haimbuchner betonte, der 1. Mai sei ein Tag für jene, “die jeden Tag dafür sorgen, dass es unser Land noch gibt”. Gleichzeitig hätten viele weniger Geld im Börserl – verantwortlich sei die Regierung. “Das nächste Sparpaket wartet schon auf euch”, warnte er.

Kickl: “Babler-Film gehört in die Geisterbahn”

Den Höhepunkt bildete die Rede von Herbert Kickl. Die Kundgebung sei ein “Gipfeltreffen der Normalität und des Patriotismus”, während sich am Wiener Rathausplatz das Gegenteil abspiele. Die FPÖ sei so stark wie nie, die Regierung hingegen “die schlechteste aller Zeiten”. Umfragen würden zeigen, dass die FPÖ sogar in Wien auf Platz eins liege – “da liegt etwas Großes in der Luft”.

Nur die FPÖ könne das Land wieder auf Kurs bringen, so Kickl kämpferisch: “Ich werde nicht ruhen, bis dieses Ziel erreicht ist.” Scharfe Kritik übte er an der SPÖ und deren Maiaufmarsch, wo laut ihm nur mehr “Systemlinge und Bonzen” auftreten würden. Dazu zähle unter anderem SPÖ-Chef Babler, der im Bierzelt ausgebuht wurde. Sein Film, der aktuell im Kino läuft müsste in Geisterbahnen gespielt werden, so Kickl.

Inhaltlich forderte Kickl Entlastungen für Leistungsträger: “Wenn wir kommen, kommt die Gerechtigkeit.” Gleichzeitig dankte er allen, die auch am Feiertag arbeiten.

Abrechnung mit “Koksnasen im ORF”

Breiten Raum nahm seine Kritik am ORF ein. Dort vergehe “kein Tag ohne Skandale”. Kickl: “Da bleibt einem die Spucke weg, was da alles an die Öffentlichkeit kommt”. Immer wieder höre man davon, dass es im ORF vor “triebgesteuerten Lustmolchen nur so wuselt” und es ein “System der Erpressung” gebe. “Und von Koksnasen soll es auch nur so wimmeln, da gibt es manche, bei denen es das ganze Jahr schneit”, so Kickl. “Und das Schlimmste ist, dass ihr das alles zahlen müsst – ob ihr wollt oder nicht”.

In dem Zusammenhang forderte Kickl einen “totalen Systemwechsel”, inklusive Abschaffung der Haushaltsabgabe und umfassender Aufklärung.

“Regierung hat Bezug zur Realität verloren”

Einen solchen Systemwechsel brauche es auch in der Asyl-, Bildungs- und Gesundheitspolitik. Die Regierung habe den Bezug zur Realität verloren, kritisierte Kickl. Hohe Lebenshaltungskosten, Bürokratie und Arbeitsplatzverluste seien die Folge. “Die Verlierer-Ampel ist Weltmeister in unterlassener Hilfeleistung bei der eigenen Bevölkerung”, so der FP-Chef.

Die aktuelle Koalition habe nichts verbessert, sondern neue Belastungen geschaffen. Während im Inland gespart werde, flössen Milliarden ins Ausland. Auch bei Sozialleistungen und Förderungen ortete Kickl Fehlentwicklungen. “Diese Regierung ist eine Fundamentalopposition gegen die eigene Bevölkerung”, so das Resümee des Freiheitlichen.

„Diese Regierung ist eine Fundamentalopposition gegen die eigene Bevölkerung.“
FPÖ-Chef Herbert Kickl
Abschiebungen mit “Airbert One”
Laut Kickl brauche es nun “klare Entscheidungen”. Als Maßnahmen nannte er unter anderem Steuersenkungen, Bürokratieabbau, Förderstopps für “österreichfeindliche” Organisationen, die Abschaffung der ORF-Gebühr sowie eine restriktivere Migrationspolitik.

Kickl forderte indes einen “Asylstopp für Zuwanderer und Völkerwanderer”, es dürfe keine Mindestsicherung für Völkerwanderer geben und keine Geldleistungen für Asylwerber geben. Österreich müsse sich dafür für unzuständig erklären, so Kickl. “Es braucht noch eines: Remigration.” Um das zu bewerkstelligen, brauche es keine Airforce One, sondern eine “Airbert One”, so Kickl, der mit seinen Armen einen Flieger imitierte – “er wird hervorragend gebucht sein”.

“Wir brauchen eine einzige Nationalratswahl”

Die nächste Nationalratswahl werde jedenfalls eine Schicksalswahl sein, bei der zwei Parteien gegeneinander antreten würden. Die FPÖ gegen die “Einheitspartei” aus ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne , so Kickl. “Die guten Jahre sind zum Greifen nahe, wir brauchen nur noch eine einzige Nationalratswahl und dann treten wir in eine neue Epoche ein”, prognostizierte er.

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