
Bei schweren russischen Angriffen auf Kiew wurden mindestens 24 Menschen getötet. Unter den Opfern sollen sich auch drei Kinder befinden.
Nach den massiven russischen Angriffen auf Kiew steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Behörden sprechen inzwischen von mindestens 24 Toten, darunter auch Kinder.
Die nächtlichen Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen richteten schwere Schäden in der ukrainischen Hauptstadt an. Einsatzkräfte suchten am Freitag weiterhin in den Trümmern eines zerstörten Gebäudes im Stadtteil Darnytskyji nach weiteren Opfern, teilte der staatliche Katastrophenschutz mit.
Drei Kinder unter Todesopfern
Unter den Toten befinden sich laut Behörden drei Kinder. Zunächst war noch von 16 Todesopfern die Rede gewesen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem “massiven russischen Angriff”. Nach seinen Angaben setzte Russland mehr als 675 Angriffsdrohnen sowie 56 Raketen ein. Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei dabei praktisch “dem Erdboden gleichgemacht worden”.
Selenskyj fordert Handlungsbedarf
Neben Kiew wurden laut Selenskyj auch die Städte Cherson und Saporischschja im Süden sowie Charkiw im Osten des Landes angegriffen.
“Das sind ganz sicher nicht die Handlungen derjenigen, die glauben, der Krieg gehe zu Ende”, erklärte Selenskyj. Der ukrainische Präsident forderte die westlichen Verbündeten auf, auf die neuen Angriffe zu reagieren. “Es muss eine Antwort auf all diese Attacken geben”, sagte er.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte die Angriffe ebenfalls. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, Russland zeige mit der Bombardierung ziviler Ziele seine Schwäche.
Sorge um Angriffe nahe Atomanlagen
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) äußerte unterdessen Sorge wegen “intensivierter” militärischer Aktivitäten rund um mehrere ukrainische Atomanlagen. Mehr als 160 Drohnen seien in der Nähe der Anlagen registriert worden.
Genannt wurde dabei auch das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl. Dort war die Schutzhülle laut IAEA bereits im Vorjahr durch eine russische Drohne beschädigt worden. IAEA-Chef Rafael Grossi zeigte sich laut Mitteilung “große Besorgnis”.
Der Krieg in der Ukraine dauert mittlerweile seit mehr als vier Jahren an. Die zuletzt von den USA vermittelten Gespräche über ein mögliches Kriegsende brachten bislang keinen Durchbruch. Erst vergangene Woche hatten wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-amerikanischen Vertretern stattgefunden.