
Biathlon-Star Tommaso Giacomel erlebte bei den Olympischen Winterspielen in seiner Heimat bange Augenblicke. Nun bricht er sein Schweigen.
Im Massenstart-Rennen zum Abschluss der Olympia-Bewerbe im Biathlon in Antholz wurde es plötzlich ganz still. Lokalmatador Giacomel war nach dem zweiten Schießen in Führung liegend in die Langlaufloipe gegangen, danach aber plötzlich merklich langsamer geworden. Der Italiener musste seinen Gold-Traum aufgeben, das Rennen vorzeitig beenden. Er zeigte auf seine Brust, wurde schnell versorgt. Einige Tage später war ein angeborener Herzfehler beim 25-Jährigen diagnostiziert worden.
“Mein Körper hat mir in vielen Rennen geholfen, im Olympia-Massenstart hat er sich dazu entschieden, zu stoppen”, sagte der Star-Biathlet gegenüber “NRK”. Und schilderte danach die bangen Minuten auf der Langlaufloipe: “Es fühlte sich an, als würde ich ersticken, weil ich nicht normal atmen konnte.”
“Ich hatte Angst”
Danach war es hektisch geworden. Betreuer eilten herbei, um den Italiener zu versorgen. “Ich hatte Angst, als ich angehalten habe”, gestand der 25-Jährige jetzt. “Ich habe viele Leute um mich herum gesehen, die sehr große Angst hatten. Dann habe ich auch Angst bekommen. Es war eine neue Erfahrung”, so der Biathlon-Star.
Bei Untersuchungen in einer Mailänder Spezialklinik wurde die Herzrhythmusstörung dann entdeckt. “Der Arzt hat gesagt, dass ich den Herzfehler schon hatte, als ich geboren wurde, das aber erst erkannt wird, wenn man zwischen 25 und 29 Jahre alt ist”, erzählte Giacomel. Der Herzfehler sei zwar nicht lebensbedrohlich, trotzdem aber ernst genug, um eine Operation notwendig zu machen. Diese verlief wie geplant, dies bestätigte auch ein Kontrolltermin.
Nun bereitet sich Giacomel auf die Rückkehr in den Spitzensport vor.