Yosef (†14) wurde erstochen: Polizei nimmt 12-Jährigen fest ++ Gerüchte über Mobbing als Tatmotiv

Ein brutaler Fall erschüttert die Stadt Dormagen (NRW): Die Tötung des 14-jährigen Yosef! Mittlerweile gibt es einen Tatverdächtigen – er ist erst 12 Jahre alt!

Der Minderjährige soll Yosef erstochen haben. Offenbar gab es im Vorfeld Streit zwischen den beiden. Die plant soll geplant gewesen sein. Die Ermittler sprechen sogar von einer regelrechten „Hinrichtung“.

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Psychologenteam soll Schule unterstützen

7. Februar, 12.11 Uhr: Nach der Aufklärung des tödlichen Verbrechens am 14-jährigen Yosef in Dormagen und der Abschiedsfeier für den Jugendlichen soll das Psychologenteam an der betroffenen Schule verstärkt werden. Der Schulgemeinschaft soll Betreuung und Beratung angeboten werden, teilte das NRW-Schulministerium laut „dpa“ mit. NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) stehe mit der Schulleitung im Austausch. „Die betroffene Schule wird von einem Team von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen aus dem Regierungsbezirk und der Bezirksregierung Düsseldorf so lange wie nötig begleitet und unterstützt“, erklärt sie. Ein Sprecher der Stadt sagte, am Montag solle an der Schule planmäßig kein Unterricht stattfinden.

Trauerfeier berührt die Menschen in Dormagen

18.44 Uhr: In einer bewegenden Trauerfeier nahmen Familie, Freunde, Mitschülerinnen und -schüler sowie Sport- und Schützenverein Abschied von Yosef. Besonders einfühlsam und emotional war die Rede einer Mitschülerin.

Mobbing als Tatmotiv?

17.11 Uhr: Die Polizei macht aufgrund des minderjährigen Alters keine näheren Angaben zu den Hintergründen der Tat. Doch die dpa will nun erfahren haben, dass es zuvor einen Streit zwischen den jungen Leuten gegeben haben. Der mutmaßliche Täter soll sich gemobbt gefühlt haben. Laut „Bild“-Informationen sei die Tat nicht im Affekt passiert, sondern geplant gewesen.Mitglieder des Schützenvereins gehen in einem Trauerzug in Richtung Friedhof. Foto: Federico Gambarini/dpa

Mitglieder des Schützenvereins gehen in einem Trauerzug in Richtung Friedhof. Foto: Federico Gambarini/dpa

Bürgermeister: „Viele Menschen nachhaltig traumatisiert“

15.40 Uhr: Mittlerweile ist die Trauerfeier beendet. Was bleibt sind Erinnerungen an einen Jungen, der viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Bleiben werden aber auch die Bilder, die diese Trauerfeier erzeugte. Menschen aus dem Umfeld von Yosef, die Anteil an der Trauer seiner Familie nahmen, Menschen, die um Jungen trauern, der vor wenigen Tagen noch einer von ihnen war.Dormagen nimmt Abschied von Yosef. Foto: Chaleen Goehrke

Dormagen nimmt Abschied von Yosef. Foto: Chaleen Goehrke

13.54 Uhr: Auch Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) spricht bei der Trauerfeier. Er spüre, dass der grausame Tod von Yosef „viele Menschen nachhaltig traumatisiert habe“ – vor allem andere Kinder und Jugendliche in der NRW-Stadt.

Die Nachricht, die Polizei habe einen Verdächtigen gefasst, gebe der Familie womöglich Gewissheit, hofft Lierenfeld – auch wenn das Alter des Verdächtigen die Tat nur „noch unfassbarer“ mache.

Bekannter von Yosef erschüttert: „Einfach furchtbar“

13.23 Uhr: Einer der Trauergäste, selbst Familienvater, kannte Yosef. Sein Sohn spielte mit ihm in der Mannschaft. „Das ist einfach furchtbar, dass hier so etwas in unserem kleinen Dorf passiert. Wer Josef kannte, weiß dass das ein herzensguter Mensch war“, erzählt er unserer Reporterin.

Dass die Polizei wenige Stunden zuvor einen 12-jährigen Verdächtigen festgenommen hat, erschüttert ihn zutiefst. „Ich bin selbst Vater von drei Kindern“, betont er – und meint dann im Bezug auf die Strafmündigkeit von Minderjährigen: „Wenn ich mir vorstelle, dass es keine gerechte Strafe für den Täter gibt, dann will ich mir das gar nicht ausmalen. Unfassbar.“

Öffentliche Trauerfeier in Dormagen

13.18 Uhr: In Dormagen findet am heutigen Freitag eine öffentliche Trauerfeier für Yosef statt. DER WESTEN ist live vor Ort. Zahlreiche Menschen versammeln sich am Platz des ehemaligen Fußballvereins des getöteten 14-Jährigen. Die Polizei erwartet rund 3.000 Menschen.Trauerfeier für den getöteten Yosef (†14) in Dormagen. Foto: DER WESTEN

Trauerfeier für den getöteten Yosef (†14) in Dormagen. Foto: DER WESTEN

Polizei nimmt Verdächtigen fest – ein Kind

10.45 Uhr: Wie die „Bild“ berichtet, habe die Polizei im Fall Yosef ein Kind als Verdächtigen festnehmen können. Laut Informationen von Focus Online handelt es sich dabei um einen 12-Jährigen.

Freitag, 9.07 Uhr : Die Stadt Dormagen steht nach der brutalen Tötung des jungen Yosef weiter unter Schock. Heute findet um 13.30 Uhr auf dem Kunstrasensportplatz im Stadtteil Delhoven, dem Fußball-Verein von Yosef, eine Trauerfeier statt. Somit bekommen die Anwohner nochmal die Gelegenheit gemeinsam zu trauern und an Yosef zu gedenken – die Trauerfeier sei laut Stadt mit der Familie abgesprochen. Im Anschluss findet die Beerdigung statt, dem nur der enge Kreis der Angehörigen beiwohnen werden.

++ DER WESTEN hat mit der Mutter von Yosef gesprochen. Hier das ganze Interview ++

Zudem wurden zwei Kondolenzbücher ausgelegt, in denen Bürgerinnen und Bürger ihre Anteilnahme hinterlassen können. Eines liegt im Eingangsbereich des neuen Rathauses, das andere im Geschäftszimmer des FC Delhoven.

Heftige Anschuldigungen an Helferin

Donnerstag, 20.06 Uhr: Menschen, die der Mutter von Yosef in diesen schweren Tagen helfen wollen, erlebten heftige Anfeindungen, Unterstellungen und Verdächtigungen. So schildert die Dormagerin Kerstin Ruhe, eine Nachbarin des Toten, in einem „offenen Brief“ am Mittwoch, was sie in den vergangenen Tagen erleben musste.

Zunächst etwas, was Hoffnung macht: Auf der Seite „GoFundMe“ kamen schon über 40.000 Euro an Spenden zusammen. Die Spendenbereitschaft sei „überwältigend“, so Ruhe via Facebook. Doch leider habe es auch viel Kritik an der Initiative gegeben – „teils scharf, teils verletzend“ und „schwer auszuhalten“ für die Organisatorinnen der Spendensammlung. Ruhe: „Unterstellungen, Misstrauen, Vorverurteilungen. Obwohl es nie um etwas anderes ging als um Hilfe für eine trauernde Familie und um ein Zeichen gegen Gewalt.“Die Spendenaktion für Yosefs Mutter. Bis Mittwochabend (4. Februar) kamen bereits fast 43.000 Euro zusammen. Foto: Screenshot gofundme.com

Die Spendenaktion für Yosefs Mutter. Bis Mittwochabend (4. Februar) kamen bereits fast 43.000 Euro zusammen. Foto: Screenshot gofundme.com

Sie ruft die Menschen dazu auf, zusammenzustehen, „nicht misstrauisch, sondern menschlich. Nicht gegeneinander, sondern füreinander“.

Ermittler sprechen von „Hinrichtung“ des 14-Jährigen

Mittwoch, 19 Uhr: Grausige neue Details im Fall Yosef und eine traurige Gewissheit. Die Obduktion ergab, dass der Jugendliche erstochen wurde. Laut „Bild“ sprechen die Ermittler von einer regelrechten „Hinrichtung“. Damit gibt es nun endgültige Klarheit darüber, dass Yosef getötet wurde. Er starb durch die Messerstiche. An den Händen des 14-Jährigen wurden in der Gerichtsmedizin Abwehrverletzungen festgestellt, er versuchte offenbar noch den Angriff abzuwehren.

„Im Zuge der Obduktion des 14-jährigen Geschädigten konnten sowohl Stich- als auch Schnittverletzungen festgestellt werden. Ausweislich des Ergebnisses der Obduktion ist der Geschädigte infolge dieser Stich- und Schnittverletzungen verstorben, sodass Polizei und Staatsanwaltschaft nunmehr sicher von einem Tötungsdelikt ausgehen“, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag mit.

14-Jähriger an Waldsee tot aufgefunden

2. Februar, 12.30 Uhr: Am südlichen Stadtrand von Dormagen (NRW) wurde am Waldsee im Ortsteil Hackenbroich die Leiche des 14-jährigen Yosef entdeckt. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Jugendlichen feststellen. Laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf und Polizei Rhein-Kreis Neuss wies Yosef mehrere Verletzungen auf, die auf ein Kapitalverbrechen hindeuten, und die Mordkommission „Waldsee“ hat die Ermittlungen aufgenommen. Yosef lebte seit 2016 mit seiner Mutter in einer Flüchtlingsunterkunft in Dormagen.

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Er galt als „völlig unbescholten“ und war fest im Vereinsleben integriert. Am Mittwochabend wollte er eigentlich zu seinem Schützenverein, um seine Uniform anzuprobieren – doch ein Treffen fand dort nie statt. Seine Mutter steht unter Schock: „Ich glaube, dass er in eine Falle gelockt wurde. Er war der beste Junge – mein ganzer Stolz!“

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