Sturz bei 115 km/h: Österreichs Bob-Pilot Mandlbauer im Krankenhaus
Nach einem kapitalen Fehler am Start des ersten Laufs ist Markus Treichl am Samstag im Medaillenrennen des olympischen Viererbob-Bewerbs in Cortina d’Ampezzo als Zehnter nach zwei Läufen zurück. Sein Rückstand auf die Podestplätze beträgt exakt eine halbe Sekunde, drei deutsche Schlitten mit Johannes Lochner an der Spitze liegen voran. Der Steirer Jakob Mandlbauer stürzte mit seiner Crew bei einer Geschwindigkeit von rund 115 Stundenkilometern in Lauf zwei, wurde nach 15 Minuten per Trage geborgen.
Der 27-Jährige ist nach Rang 21 im Auftakt-Heat in Kurve 9 der Eisröhre umgekippt und fast bis ins Ziel gerutscht. Die Anschieber Sebastian Mitterer, Daiyehan Nichols-Bardi, Daniel Bertschler kletterten aus dem Bob. Mandlbauer blieb vorerst angeschlagen liegen.
Wie die „Presse“ erfahren hat, war der Olympia-Debütant ansprechbar und konnte Arme, Körper und Kopf bewegen. Nach dem Sturz wurde er von Bernhard Unterkofler, Chief Medical des ÖOC, noch an der Unfallstelle betreut und für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus Codovilla gebracht.
Der 27-Jährige war am vergangenen Wochenende im Zweier-Bewerb 21. geworden. Das alles geschah vor den Augen u.a. der 1992-Olympiasieger rund um den Österreicher Ingo Appelt.
Treichl hatte nichts vom Sturz seines Landsmanns mitbekommen, war in Vorbereitung auf den zweiten Lauf. Da betrieb er mit der sechstbesten Zeit Schadensbegrenzung. „Leider hatte ich einen Riesenfehler im ersten Lauf“, erklärte der Tiroler. „Nach der Startspur bin ich ein bisschen zu weit links gefahren und ins Starteck rein. Da stimmt dann die ganze Passage in den ersten zwei Kurven nicht. Das kostet unglaublich viel Zeit.“ Die weitere Fahrt habe er dann gut erwischt. „Auch die zweite war akzeptabel.“ Nach einer Analyse wollen er und die Seinen am Sonntag noch einmal angreifen.
Lochner vor Triumph auch im zweiten Bewerb
Der 32-Jährige hatte sich mit den Anschiebern Sascha Stepan, Markus Sammer und Kristian Huber nach starken Trainingsleistungen durchaus Medaillenchancen ausgerechnet, die insgesamt drittbeste Startzeit in Lauf eins hätte auch noch gepasst. Die Crew um Zweier-Olympiasieger Lochner mit Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer hatte 0,43 Sek. Vorsprung auf die Truppe von Titelverteidiger Francesco Friedrich, Adam Ammour und Co. lagen weitere 0,16 Sek. zurück. Treichl verlor im zweiten Lauf auf den Leader nur noch zwei Zehntel.
Der so wie Treichl im Training überzeugende Lokalmatador Patrick Baumgartner ist hinter dem Schweizer Michael Vogt (+0,71) Fünfter (+0,78). Die Entscheidung fällt am Sonntag in den Läufen drei und vier (10.00 und 12.15 Uhr). (APA/Red.)