Haben Mängel, die bereits im Sommer aufgedeckt wurden, nun zur Katastrophe geführt?© AFP/THANASIS KALLIARAS
Die Zahl der Toten nach der verheerenden Explosion in einer griechischen Keksfabrik ist mittlerweile auf fünf gestiegen. Bei den Opfern handelt es sich Medienberichten zufolge allesamt um Frauen, die ihre Nachtschicht verrichtet haben. Es wird vermutet, dass Flüssiggas, das die Backöfen im Keller der Fabrikanlage befeuert, die Detonation ausgelöst hat.
Die Leichen der Arbeiterinnen, die laut griechischen Medien allesamt Mütter von kleinen Kindern gewesen waren, lagen dem Vernehmen nach nahe beieinander bei den Backöfen des Unternehmens Violanta in der Stadt Trikala. Die Körper seien teilweise verkohlt gewesen.
Flammen brachten Stahlträger zum Schmelzen
Das Feuer, das sich nach der Explosion ausbreitete hatte rund 1000 Grad Celsius und ließ Stahlträger schmelzen. Das Dach stürzte ein. „Wir drücken unser tiefes Bedauern und unsere Bestürzung über den tragischen Vorfall in unserem Werk in Trikala aus. Unser einziges Anliegen ist es, den Familien der Verstorbenen mit Respekt und Unterstützung zur Seite zu stehen“, richtete das Unternehmen den Angehörigen aus.

Mängel bei Inspektion festgestellt
Die Unfallursache ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Laut der Zeitung „Protothema“ wurden bei einer Inspektion des Werks im Sommer Mängel beim System zur Leckerkennung der Flüssiggasleitungen festgestellt. Auch die Notausgänge sollen negativ beurteilt worden sein. Ob auf diese Mängel seitens des Unternehmens entsprechend reagiert wurde, ist unklar.
Neben den fünf Toten gab es auch sieben Verletzte, die im Spital behandelt werden mussten. Der gefährliche Zwischenfall hätte aber weitaus schlimmere Folgen haben können. Wegen einer Firmenfeier wenige Stunden zuvor hatte die Geschäftsführung laut einem Bericht des TV-Senders ERT News die Zahl der Nachtdienste ausnahmsweis von 30 auf zwölf reduziert.