
Mit gebrochenen Rippen reiste Chemmy Alcott 2010 zu Olympia. Ein Wonderbra sorgte für eine zu große Schutzplatte und Ärger mit den Offiziellen.
Vierfach-Olympiateilnehmerin Chemmy Alcott hat einen kuriosen Vorfall von den Winterspielen 2010 in Vancouver ausgepackt. Die ehemalige britische Skirennläuferin war damals trotz gebrochener Rippen an den Start gegangen – und geriet wegen eines BHs mit den Regeln in Konflikt. Aus Sorge um ihre Gesundheit ließen die Teamärzte eine synthetische Brustplatte anfertigen, die ihren Oberkörper schützen sollte.
Im Podcast “The Sports Agents” sagte sie: “Ich bin mit gebrochenen Rippen nach Vancouver gereist, um dort zu fahren. Die Ärzte von Team GB waren besorgt, also schickten sie mich los, um eine synthetische Brustplatte anfertigen zu lassen.”
Der Schutz wurde jedoch größer als geplant. Der Grund war ungewöhnlich. “An diesem Tag trug ich zufällig einen Wonderbra, deshalb wurde die Platte deutlich größer als meine normale Größe angefertigt”, erzählte Alcott. Die Platte sollte im Wettkampf über dem BH getragen werden und wurde daher mit diesem vermessen.
Als sie schließlich damit trainierte, folgte die nächste Überraschung. “Als ich versuchte, damit zu fahren, wurde sie verboten, weil sie aus aerodynamischen Gründen nicht genügend Luft durchließ. Ich dachte nur: Ich habe gebrochene Rippen und will mich nicht noch einmal verletzen – und jetzt habe ich diese Brustplatte, die eigentlich eher für Lady Gaga geeignet ist!”
Start ohne Schutz
Die Offiziellen entschieden, dass der überdimensionierte Schutz nicht regelkonform sei. Alcott blieb nur die Wahl zwischen Start ohne Schutz oder dem Verzicht auf Olympia. Sie entschied sich fürs Rennen. Trotz Verletzung trat sie bei ihren dritten Olympischen Winterspielen in Folge in allen fünf alpinen Disziplinen an. Ihr bestes Resultat war Rang elf in der Super-Kombination.