Lehrer: “Ordentlich Turbulenzen” rund um Kopftuchverbot

Bald ist es so weit: In Österreich wird das Kopftuchverbot für Schülerinnen bis 14 Jahren eingeführt. Bei der Lehrerschaft sorgt das für Wirbel.

Aufregung um das Kopftuchverbot! Schon lange wird das neue Gesetz heiß diskutiert, nun soll es ab 1. September in Kraft treten. “Man will gesellschaftspolitische Probleme, die man nicht lösen kann, in die Schulen abschieben”, wettert der oberste Lehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG) im “Heute“-Talk. Ab dem Herbst sind Lehrerinnen und Lehrer im ganzen Land verpflichtet, das Kopftuchverbot zu kontrollieren.

Während die Umsetzung hier eine Herausforderung für sich darstellt, stört viele Lehrende vor allem eines: die Wortwahl, die im betreffenden Informationspaket verwendet wurde.

Strenger Leitfaden, strenge Anweisungen

“Die Sprache ist einfach komplett überschießend und sorgte für ordentlich Turbulenzen”, so Kimberger. Bei Nichteinhalten des Leitfadens werde mit disziplinären Maßnahmen gedroht – sogar strafrechtliche Verurteilungen stünden im Raum.

So sind Lehrende nun verpflichtet, die Schülerinnen aufzufordern, das Kopftuch abzunehmen. Sollte diese sich weigern, müsse man die Schulleitung einschalten. Es folgt ein Gespräch mit der Direktorin, auch die Erziehungsberechtigten werden eingebunden. Kommt es mehrfach zum Verstoß, wird sogar die Bildungsdirektion aktiv. Der letzte Schritt, wenn alles andere scheitert: Geldstrafen zwischen 150 und 800 Euro. Wird nicht bezahlt, kann sogar eine Ersatzfreiheitsstrafe von bis zu zwei Wochen verhängt werden.

“Außerdem wird betont, dass Lehrerinnen und Lehrer keinen Ermessensspielraum bei der Kontrolle der Regel hätten”, führt der Lehrergewerkschafter weiter aus. “Ich kann das nicht nachvollziehen.”

Sorge vor Streitereien

Ein weiterer Punkt, der den Lehrerinnen Kopfzerbrechen bereite: “Sie machen sich Sorgen, was das für die pädagogische Arbeit mit den Kindern bedeutet.” Strenge Kontrollen und die vorgegebenen Vorgehensweisen könnten durchaus für ein unangenehmes Klima sorgen – auch mit den Eltern. “Man ist ja immer um eine gute Zusammenarbeit bemüht”, weiß Kimberger. Ob das mit den gesetzten Maßnahmen auch weiterhin möglich sein wird, bleibt abzuwarten.

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