
Nach dem Rücktritt von ORF-General Roland Weißmann übt FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler scharfe Kritik am Vorgehen des Stiftungsratschefs.
Der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sorgt auch im Stiftungsrat für heftigen politischen Streit. Besonders scharf reagiert der von der FPÖ nominierte Stiftungsrat Peter Westenthaler.
“Alleingang von Heinz Lederer”
Er zeigt sich über das Vorgehen rund um den Rücktritt und die Übergangslösung “entsetzt”. Gegenüber “Heute” spricht er von einem “Alleingang des roten Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer”.
Westenthaler kritisiert vor allem, dass das Gremium seiner Ansicht nach nicht ausreichend eingebunden worden sei. “Der mutmaßliche Skandal war seit Tagen bekannt. Weder wurde der Stiftungsrat in die Ereignisse der letzten Tage eingebunden noch bei der interimistischen Führungsentscheidung”, erklärt er gegenüber “Heute”.
“Alle Regelungen missachtet”
Für den FPÖ-Stiftungsrat ist die Sache deshalb klar. “Damit ist auch er rücktrittsreif und sollte gleich den Hut nehmen. Lederer hat alle Regelungen, die es gibt, missachtet und den Stiftungsrat übergangen.”
Auch zur vorgeschlagenen Übergangslösung im ORF will sich Westenthaler derzeit nicht äußern. Zur interimistischen Nachfolgerin, Ingrid Thurnher, kann er nichts sagen, weil ich nicht weiß, wie es zu dieser Entscheidung kommt.”
Schwere Anschuldigungen
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hatte Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer und den Stellvertretenden Vorsitzenden Gregor Schütze am Sonntag über seinen Rücktritt von seiner Funktion mit sofortiger Wirkung informiert. In den vergangenen Tagen hat eine ORF-Mitarbeiterin gegenüber dem Generaldirektor Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben. Roland Weißmann bestreitet diese Vorwürfe.