Grazer Influencerin getötet: So verliefen ihre letzten Stunden
Der gewaltsame Tod der Grazer Influencerin Stefanie P. erschüttert weiterhin die Öffentlichkeit. Ermittler konnten inzwischen die letzten Stunden vor ihrem Verschwinden genau rekonstruieren.
Nach dem Tod der 32-jährigen Grazer Influencerin Stefanie P. kommen immer mehr Details ans Licht. Die Ermittler haben mittlerweile den Ablauf der Nacht, in der sie verschwand, Schritt für Schritt rekonstruiert, wie der Kurier berichtet. Im Fokus der Untersuchungen steht weiterhin ihr ehemaliger Partner, der mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt.
Mordfall Stefanie P.: Letzte Nachricht um 7.06 Uhr verschickt
Doch was ist genau geschehen? Am Abend des 22. November war die 32-Jährige bei einer Party in Graz unterwegs. In den frühen Morgenstunden meldete sie sich noch mit einer kurzen Videobotschaft und schrieb wenig später Nachrichten an eine Freundin, heißt es in Medienberichten. Um 7.06 Uhr verschickte sie schließlich noch eine Sprachnachricht – es war das letzte bekannte Lebenszeichen der Influencerin. Ermittler würden davon ausgehen, dass ihr Ex-Partner kurz darauf bei ihr auftauchte. Gegen 8 Uhr sollen Schreie aus der Wohnung zu hören gewesen sein, später wurde beobachtet, wie er etwas in Richtung seines Autos brachte. Was genau in dieser Zeit geschah, wird weiterhin untersucht.
Fall Stefanie P.: Chronologie der Ereignisse
- Samstag, 22. November: Nachhauseweg von Party, Stefanie teilt sich ein Taxi mit einer Freundin, steigt in Geidorf aus.
- Sonntag, 23. November, ca. 7 Uhr: Letzte Nachricht: Sie sei gut angekommen, gehe mit dem Hund raus, spüre jemanden im Stiegenhaus.
- kurz danach am Sonntag; Nachbarn hören Streit aus der Wohnung; Zeuge will Ex-Freund gesehen haben.
- Sonntag, 23. November, 14 Uhr: Stefanie erscheint nicht beim Fotoshooting, Freunde alarmieren die Polizei. Gegen Mittag wird die Abgängigkeit einer 31-Jährigen aus Graz angezeigt.
- Sonntag, 23. November, nach der Anzeige: Ermittlungen im Umfeld der Abgängigen ergaben den Verdacht, dass ihr 31-jähriger Ex-Freund mit dem Verschwinden im Zusammenhang steht. Der Verdächtige ist für die Polizei nicht erreichbar. Weitere Erhebungen ergaben, dass der 31-jährige, seit Jahren in Österreich lebende, slowenische Staatsbürger am Sonntag mehrmals mit seinem Pkw nach Slowenien ausgereist und wieder in die Steiermark zurückgekehrt ist.
- Montagabend, 24. November: Die slowenische Polizei teilt mit, dass es in unmittelbarer Grenznähe zu einem Brand eines österreichischen Pkw gekommen sei. Der Besitzer des Pkw wurde in unmittelbarer Nähe angetroffen und festgenommen. Es handelte sich um den 31-jährigen Verdächtigen. Eine Auslieferung des Verdächtigen nach Österreich wurde beantragt.
- Dienstag, 25. November: Aufgrund von Erkenntnissen der weiteren Erhebungen wurde bei den slowenischen Behörden eine Suchaktion in einem Waldgebiet südlich von Maribor angeregt. Es gibt familiäre Nahebeziehungen zu diesem Waldgebiet.
- Mittwoch, 26. November:Die Suchaktion in Slowenien ist ohne weitere Erkenntnisse durchgeführt worden. Für die Ermittler des Landeskriminalamts ergaben sich Hinweise, dass möglicherweise weitere Personen aus dem familiären Umfeld des Verdächtigen mit dem Verschwinden der 31-Jährigen im Zusammenhang stehen könnten. Zwei Männer wurden in Graz festgenommen und eine Einvernahme erfolgte. Zahlreiche Hinweise zur Person der 31-Jährigen sind eingelangt und müssen sukzessive abgearbeitet werden. Eine Spurensicherung am ausgebrannten Pkw des Verdächtigen ergab keine Hinweise auf den Verbleib der 31-Jährigen.
- Donnerstag, 27. November: In Slowenien wurde von der dortigen Polizei weitergesucht – auch diesmal ohne weitere Erkenntnisse. Bei der Einvernahme der zwei festgenommenen Personen machen diese keine Angaben zum Fall. Die Staatsanwaltschaft stellt einen Haftantrag – die Personen werden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Aus Slowenien gibt es Informationen, dass eine Auslieferung des Verdächtigen möglich ist. Allerdings gibt es gesetzliche Fristen einzuhalten, weshalb die steirische Polizei von einer Auslieferung in den nächsten Tagen ausgeht.
- Freitag, 28. November: Der Ex-Freund von Stefanie P. am Freitag aus Slowenien nach Österreich ausgeliefert und nach Graz überstellt. Die slowenische Polizei sucht weiterhin intensiv nach der vermissten 31-Jährigen. Auch ein öffentlicher Zeugenaufruf nach Hinweisen zum verbrannten Pkw in Slowenien wurde gestartet.
- Samstag, 29. November: Behörden bestätigen: Stefanie P. ist tot.
Ex-Freund im Visier der Ermittlungen
Zu Beginn der Ermittlungen bestritt der 31-Jährige jegliche Verbindungen zum Verschwinden seiner Ex-Freundin und präsentierte sich als besorgt. Nach mehreren Befragungen stellten die Ermittler aber Ungereimtheiten in seinen Aussagen fest. Die Justiz ermittelt mittlerweile wegen Mordverdachts. Seine früheren Aussagen sollen Schutzbehauptungen gewesen sein. Laut seiner Darstellung sei es während eines Streits zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen: Die Frau habe gedroht, sich mit einem Küchenmesser zu verletzen, heißt es in Medienberichten. Er habe versucht, sie von hinten davon abzuhalten, wobei sie sich offenbar selbst am Hals verletzt haben soll. Seine Bemühungen, die Blutung zu stoppen, sollen gescheitert sein. Zudem gab der Verdächtige an, dass sein Auto auf einem Parkplatz in Slowenien zufällig in Brand geraten war. Später stellte sich jedoch heraus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde, um Spuren zu beseitigen.