
Atle Lie McGrath war die tragische Figur des Olympia-Slaloms – der Norweger fädelte als Führender ein. Ein Schweiz-Trainer freute sich zu euphorisch.
An diese Szene wird sich die Sport-Welt noch lange erinnern: Atle Lie McGrath schied im Olympia-Slalom auf Gold-Kurs aus. Wutentbrannt und enttäuscht schleuderte der Norweger danach seine Stöcke weg, schnallte die Ski ab und stapfte davon. An einem Waldrand legte sich der 25-Jährige in den tiefen Schnee, ließ seinen Emotionen freien Lauf.
“Ich wollte etwas Zeit für mich allein haben. Alles ist außer Kontrolle geraten. Die Fotografen haben mich auch dort gefunden, sodass ich auch dort keine Zeit für mich allein hatte. Es sind nur Gefühle, die da zum Vorschein kommen”, erklärte McGrath später.
Hintergrund: Sein Großvater, der ihm nahe stand, verstarb während der Winterspiele. “Der Tod meines Opas hat mich etwas aus der Bahn geworfen, aber ich habe zum Glück Menschen um mich herum, die mich lieben und unterstützen. Ich werde viel Zeit brauchen, um darüber hinwegzukommen. Ich glaube, ich brauche tatsächlich Hilfe.”
Eine Szene regte McGrath zusätzlich auf. Als er einfädelte, riss der Schweizer Trainer Thierry Meynet, der direkt vor ihm auf der Piste stand, die Arme jubelnd in die Höhe – denn sein Schützling Loic Meillard profitierte vom Ausfall, “erbte” Gold.
Empathie geht anders. “Das war das Erste, was ich gesehen habe. Ich brauche dazu nichts zu sagen. Es ist klar, was ich davon halte”, ärgert sich McGrath über die Reaktion des “Eidgenossen”.
Am Dienstag meldete sich der Norweger via Instagram erneut zu Wort – und rührt zu Tränen. “Ich habe alles gegeben. Ich habe meinen größten Traum verfolgt. Ich habe versucht, die Scherben meines gebrochenen Herzens aufzusammeln – nur um es erneut zerbrechen zu lassen. Kümmert euch um die Menschen, die ihr liebt. Man weiß nie, wie lange man sie noch hat.”