Dem Mädchen wird nahegelegt, sich dringend unter Beiziehung eines Anwalts zu stellen.© Polizei NRW, APA/dpa/Sebastian Kahnert
In Deutschland wird weiterhin fieberhaft nach der 17-jährigen Angela R. aus Castrop-Rauxel gefahndet. Sie steht unter Verdacht, einen gleichaltrigen Jugendlichen eiskalt ermordet zu haben. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise.
Blutend versuchte Onur am 14. Jänner noch, sich zur Warthburgstraße in Castrop-Rauxel (Ruhrgebiet) zu schleppen. Dort wurde ein Autofahrer auf ihn aufmerksam, doch Rettungsversuche auf dem Gehweg brachten keinen Erfolg – er starb, an einer Stichwunde im Hals. Rasch geriet Angela R. ins Visier der Ermittler. Da sie sich in Lügen verstrickte, erfolgte ihre Festnahme. Im Verhör soll sie ausgesagt haben, Onur hätte sie vergewaltigen wollen, sie habe sich nur gewehrt. „Deshalb mussten wir zunächst von einer Notwehr ausgehen„, erklärte Staatsanwalt Henner Kruse. Die Jugendliche wurde laut den Angaben wieder nach Hause entlassen, die Ermittlungen gegen sie setzten sich fort.
Aufschluss darüber, was tatsächlich passiert war, konnte das beschlagnahmte Handy geben: Den IT-Experten sei es gelungen, kompromittierende Nachrichten zu rekonstruieren, berichtet die Bild Zeitung. „Dadurch ergaben sich konkrete Hinweise darauf, dass die Tatverdächtige den Verstorbenen geplant, ohne rechtfertigenden Grund und heimtückisch mit einem Messer getötet hat“, führte eine Polizeisprecherin aus.
- Geschlecht: weiblich
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- Haarfarbe: braun
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- Figur: schlank
- Sprache/Dialekt: Russisch
Hinweise an: Polizei Recklinghausen
Tel.:0800/2361111
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„Leben auf Flucht ist schlimmer als Festnahme“
Die Mordkommission sei mit einem Haftbefehl beim Elternhaus der Verdächtigen eingetroffen. Doch von dem jungen Mädchen fehle nach wie vor jede Spur. Die Suche würde dadurch erschwert, dass die 17-Jährige kein Handy mehr habe. „Ich kann ihr nur dringend raten, sich schnell im Beisein eines Anwalts zu stellen. Ein Leben auf der Flucht ist schlimmer als das, was sie bei einer Festnahme erwartet“, warnt Strafrechtsexpertin Ina Klimpke.
Da bei ihr das Jugendstrafrecht greife, würde sie selbst bei einer Verurteilung wegen Mordes zehn Jahre Haft als Höchststrafe bekommen. Sollte sie sich stellen und die Tat gestehen, könnte es zu einer Milderung der Strafe kommen. „Im Strafvollzug steht bei Jugendlichen der Erziehungsgedanke im Vordergrund. Es geht vor allem darum, die jungen Menschen auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Deshalb wird in aller Regel auch eine Ausbildung angeboten“, so die Anwältin aus Dortmund.