Brandanschlag auf U19-Teambus – Skandal in Deutschland

Der ausgebrannte Mannschaftsbus

Schock in Deutschland: In der Nacht auf Sonntag wurde in Frankfurt der Mannschaftsbus des Halleschen FC angezündet und völlig zerstört. Der Bus stand nach einem U19-Testspiel gegen Eintracht Frankfurt am Riederwald, als Unbekannte Feuer legten.

Spieler oder Betreuer befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags nicht im Fahrzeug, verletzt wurde niemand. Feuerwehr und Polizei wurden gegen 2.10 Uhr alarmiert, konnten das Abbrennen des Busses aber nicht mehr verhindern.

Das Nachwuchs-Testspiel war zuvor auf Kunstrasen ausgetragen worden, Halle hatte 1:0 gewonnen und wollte noch eine Nacht in Frankfurt bleiben.

Stellungnahme Hallscher FC im Wortlaut:

Wir sind tief erschüttert und fassungslos über den Angriff auf den HFC-Mannschaftsbus, mit dem unsere U19-Mannschaft in Frankfurt war. In der Nacht nach dem Freundschaftsspiel bei Eintracht Frankfurt wurde der Bus von Unbekannten angezündet und zerstört.

Dass sich zu diesem Zeitpunkt keine Spieler oder Betreuer im Bus befanden, somit keine Menschen zu Schaden gekommen sind, ist das einzig Positive an diesem Vorfall. Dennoch sitzt der Schock tief. Unsere U19 besteht aus jungen Menschen, die mit Leidenschaft und Hingabe Fußball spielen – mit Ehrgeiz, Hoffnung auf eine Karriere im Fußball, Toleranz, Teamgeist und Fairness. Dass sie Ziel eines solchen Gewaltakts werden, macht uns tieftraurig.

Dieser Angriff überschreitet jede Grenze. Er richtet sich nicht nur gegen unseren Verein, sondern gegen die Werte des Sports und unserer Gesellschaft insgesamt. Gewalt, Hass und Zerstörung haben im Fußball sowie im Miteinander in unserer Gesellschaft keinen Platz. Das gilt natürlich insbesondere für den Nachwuchsbereich, aber – das ist uns an dieser Stelle wichtig zu betonen  – ganz generell in einer zivilisierten Gesellschaft.

Unsere Gedanken sind bei unseren Spielern, dem Trainerteam und allen Betroffenen, die diese Nacht verarbeiten müssen. Wir werden sie nicht alleinlassen und alles daransetzen, ihnen Sicherheit und Rückhalt zu geben.

Wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen und erwarten eine konsequente und lückenlose Aufklärung der Tat. Nach unserem Kenntnisstand hat die Polizei in Frankfurt bereits eine Sonderkommission eingerichtet und die Ermittlungen aufgenommen. Gleichzeitig bedanken wir uns bei den Einsatzkräften vor Ort für das rasche und beherzte Eingreifen sowie die Unterstützung.

Der Hallesche FC steht geschlossen zusammen. Wir lassen uns durch solche Taten nicht einschüchtern und werden weiterhin für Respekt, Zusammenhalt und einen fairen Sport eintreten. Gleichwohl ist uns wichtig zu betonen, dass Rache- oder Revanchegelüste hier fehl am Platz sind, weil so etwas nur zu einer weiteren Eskalation führt. Wir sind der Meinung, dass wir an dem Punkt angekommen sind, wo wir in der Gesellschaft Werte wie Respekt und Toleranz gegenüber Gewalt und Hass wieder mehr Stellenwert verschaffen sollten. Dafür wollen und werden wir uns einsetzen.

Fan-Gewalt als möglicher Hintergrund

In der Szene wird laut “Bild” über einen gezielten Racheakt spekuliert. Der Brand könnte mit den massiven Ausschreitungen beim Regionalliga-Spiel zwischen Halle und Chemie Leipzig im vergangenen September zusammenhängen. Damals waren HFC-Fans auf das Spielfeld gestürmt, es kam zu Prügeleien mit Spielern.

Zuvor hatten Anhänger von Chemie Leipzig Feuerwerkskörper in Richtung Tribüne und Spielfeld geschossen. Leipziger Ultras sollen enge Verbindungen zur Frankfurter Szene pflegen.

Sicherheitsbehörden blicken nun mit Sorge auf das Regionalliga-Rückspiel Anfang März. Dann muss der Hallesche FC im Leipziger Alfred-Kunze-Sportpark antreten. Die Angst: weitere Gewalt abseits des Platzes.

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